Ursprünglicher weblin Wikipedia Artikel

Dies ist der ursprüngliche weblin Artikel, den Mthie im Frühjahr 2007 bei de.wikipedia.org. eingestellt hatte. Er wurde bis zum 17. Oktober 2007 nur unwesentlich von mehreren aktiven und glaubwürdigen Wikipedianern angepasst. Die wesentlichen Informationen blieben erhalten.

Am 17. Oktober 07 wurden innerhalb von vier Minuten zwei neue Accounts (SalsaKing und Youmex) bei Wikipedia angemeldet. Diese haben innerhalb weniger Stunden den bestehenden weblin Artikel bis zur Unkenntlichkeit gekürzt, relevante Informationen gelöscht und falsche Informationen hinzugefügt. Daraufhin wurde weblin, bzw. der von SalsaKing und Youmex veränderte Artikel) zur Löschung beantragt.

Zur besseren Beurteilung (der weblin-Artikel ist bei Wikipedia nicht mehr erreichbar) stelle ich den ursprünglichen Artikel hier nochmal zur Verfügung, genau so wie er damals im Mai/Juni eingetragen wurde. Nur die Links wurden allesamt mit webwiki.wordpress.com ersetzt. Ich bin damals wie heute der Meinung, er ist frei von werblichen Inhalten und wegen seiner fundierten technischen Informationen zur Software relevant.

Weblin Wikipedia

Weblin ist eine Virtual-Presence-Software mit dem die Besucher einer Webseite sichtbar werden. Das Programm wird auf dem PC installiert und ermöglicht, dass jeder Nutzer auf jeder Website in den Browsern Internet Explorer und Firefox mittels eines animierten Avatars sichtbar ist und andere sehen kann, die sich zeitgleich auf derselben Webseite befinden.

Die jeweilige Webseite ist der öffentliche Chatraum. Jeder Nutzer hat eine Sprechblase, in die man seinen Chat schreibt. Das können alle sehen, die ebenfalls auf derselben Webseite sind. Zusätzlich gibt es einen privaten Chat zwischen zwei Teilnehmern, der von anderen nicht eingesehen werden kann.

Weblin ist verwandt mit Instant Messengern, da es das Instant-Messenger-Protokoll Jabber benutzt. Im Gegensatz zu Instant-Messaging-Klienten wie ICQ, Windows Live Messenger, Yahoo Messenger etc. kann man mit weblin und anderen Virtual-Presence-Technologien online Menschen kennen lernen, die man noch nicht kennt oder auf einer Buddyliste registriert hat. Weblin bezeichnet sich selbst als Social Software, weil sie Menschen zusammenbringt, die ähnliche Interessen haben.

Im Unterschied zu Chaträumen, die von Webseitenbetreibern, Instant Messengern oder IRC zur Verfügung gestellt werden, ist weblin in dem Sinn universal: Man muss sich nicht in jedem Chatraum anmelden, sondern ist mit einer Identität auf allen Seiten sichtbar, auch dann, wenn die Webseite selbst keinen Chatraum zur Verfügung stellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Weblin entwickelte sich aus einem EU-Forschungsprojekt CoBrow 1996 an der Universität Ulm. Ziel des Forschungsprojekts war es, Wissenschaftler zusammenzubringen, die im Internet in einer Bibliothek im selben Thema recherchieren, die sich aber noch nicht kennen. Das gemeinsame Forschungsthema sollte die Wissenschaftler zusammenbringen, als wenn in der realen Bibliothek zwei Menschen nach dem selben Buch greifen. Auf den Grundlagen des Forschungsprojektes entwickelten die deutsche bluehands GmbH & Co. KG und die hollandische SURFnet bv. und die e-Learning-Anwendung Lluna, ein Programm zum Austausch in virtuellen Klassenräumen.

Im Oktober 2006 startete die zweitgeist GmbH die Closed Beta und im November die Public Beta des Programms weblin, das bis zum Ende der Public-Beta-Phase noch zweitgeist genannt wurde. Als Grund für die Umbenennung gibt die Zweitgeist GmbH die Internationalisierung der Software an.

Allgemeines

Die Nutzung des Clients ist kostenlos. In den AGB ist jedoch vorgesehen, dass weblin in Zukunft auch kostenpflichtige Dienste oder Funktionen anbieten kann. Ist weblin gestartet, läuft es im Hintergrund und lässt sich über den System Tray steuern. Erst wenn man im Browser eine Website öffnet, ist man auf dieser Seite sichtbar. Man kann sich auch unsichtbar machen, und die Einstellung für bestimmte Seiten ändern.

Die Sichtbarkeitseinstellungen sind symmetrisch: Wenn man selbst nicht sichtbar sein will, sieht man aber auch die anderen nicht.

Auf der Weblin-Homepage kann man sich mittels einer Topcloud darüber informieren, auf welchen Webseiten andere weblin-User gerade online sind.

Avatare

Ein Avatar ist die virtuelle Figur, das Alter Ego, ein Abbild. In Online Games wird der Begriff Avatar für die Spielfiguren verwendet. Bei weblin ist die eigene Figur der Avatar. Nach der Installation des Programms kann man auf der weblin-Website einen Avatar aus den vorgegebenen Paletten von weblin auswählen, oder ein eigenes Bild oder animierte GIF-Dateien als Avatar hochladen. Man kann bis zu drei verschiedene Charaktere einrichten von denen man gleichzeitig maximal einen aktiv nutzen kann. Auf diese Weise kann man mit bis zu drei verschiedenen Identitäten durch das Netz streifen. Neben menschlichen Figuren, gibt es auch animierte Tiere oder Fantasie-Avatare in den weblin-Paletten.

Chat und Kommunikation

Avatare kommunizieren bei weblin entweder im allgemeinen oder privaten Chat miteinander. Die Webseite definiert den öffentlichen Chatraum. Jeder Nutzer hat eine Sprechblase, in die er den Chat schreibt.

Animierte Avatare können Emotionen ausdrücken, wie z.B. winken, lachen, jubeln usw. und den Online-Status eines Users anzeigen. Ist der Avatar lange Zeit nicht aktiv, verblasst er langsam bis zur nächsten Mausbewegung im Browser. Sollte eine Website nicht mehr genug Platz für alle Avatare bieten, werden nur noch die Namen angezeigt, um die Übersicht zu wahren.

Soziale Komponente

Weblin gehört zu dem Virtual-Presence-Technologien. Diese fügen dem Surfen im Internet eine soziale Komponente hinzu, die andere Messenger nicht erreichen.

Im Internet sind zu jeder Zeit viele Menschen aktiv unterwegs. Sie verlagern alltägliche Aktivitäten zum Teil in das Internet, wie z.B. das Einkaufen. Sie tun dies gleichzeitig in einem für sich abgegrenzten virtuellen Raum (der Website), ohne dabei miteinander zu kommunizieren. Im Vergleich zu Aktivitäten des Menschen außerhalb des Internets, sind die sozialen Kontakte im Internet geringer und hängen oft von dem Angebot der Websitebetreiber ab. Die Virtual-Presence-Technologie, wie auch weblin, ermöglicht es, die sozialen Kontakte des zufälligen Aufeinandertreffens von Menschen wieder herzustellen, die an einem beliebigen Ort im Netz auftreten.

Datenschutz

Weblin verschlüsselt URLs mittels einer One-Way-Hash-Funktion. Nur der verschlüsselte Wert, wird an den Server gesendet. Dadurch verlässt der Klarname der besuchten Webseite den eigenen PC nicht, so sichert weblin es in den Datenschutzhinweisen zu. Der Server vergleicht die bei ihm ankommenden verschlüsselten Werte und ordnet gleiche Schlüssel dem selben Chatraum zu. So kann der Server die Präsenz der Avatare einander zuordnen, ohne zu wissen in welchem inhaltlichen Chatraum sich die Avatare getroffen haben. Die Verschlüsselung ist eine Datenschutzmaßnahme, die das sichere Surfen mit Virtual-Presence-Technologie ermöglicht.

Dabei erklärt weblin eine Ausnahme: Weil weblin am Anfang im Vergleich zur Zahl der Millionen Webseiten noch wenige Nutzer hat, bietet weblin den Dienst Topcloud an. Dieser Dienst weicht die Datenschutzzusicherung in einem Punkt auf. In der Toplcloud kann man sehen, auf welchen Webseiten andere weblins surfen, noch bevor man selbst dorthin surft. Ist dieser Dienst im Programm eingeschaltet, werden die URLs über das Internet übertragen. Wer absolut sicher surfen will und vermeiden möchte, dass die von ihm besuchten Webseiten gesehen werden, kann diese Funktion deaktivieren.

Technik

Weblin ist ein Windows-Klient und benutzt das Jabber-Protokoll zur Kommunikation. Zur Weblin-Technologie existiert ein XEP (XEP-0151) das die Technologie beschreibt. Der Klient ist in C++ programmiert, das Webportal läuft auf LAMP (Linux, Apache, MySQL, PHP) in Verbindung mit dem ejabberd-Server.

Nach der Installation des Programms benutzt weblin das Surfen mit dem Browser zur Darstellung der Präsenz auf Webseiten: Beim Öffnen einer Webseite mit dem Browser wird der URL ein Chatraumname zugeordnet (URL-Mapping). Dies geschieht mittels regulärer Ausdrücke und einer One-Way-Hash-Funktion. Das Ergebnis, also der gehashte Name des Chatraums, wird an der Server gesendet. Dadurch verlässt der Klarname der besuchten Webseite den eigenen PC nicht. Diejenigen, die dem selben Chatraum zugeordnet wurden, können sich sehen und miteinander chatten. Die Verschlüsselung durch die One-Way-Hash-Funktion ist eine Datenschutzmaßnahme, die das sichere Surfen mit Virtual-Presence-Technologie ermöglicht.

Einige VP-Technologien sind Firefox-Extensions, die eine Liste von anderen Besuchern der Webseite anzeigen, wie bspw. me.dium und yakalike. Andere framen die komplette Webseite ein und platzieren eine Präsenzliste und Chatfenster zusätzlich zum Browserfenster, wie etwa gabbly. Weblin ist die einzige VP-Technologie, die mit animierten, individualisierbaren Avataren arbeitet. Die Sammlung listet eine ganze Reihe von VP-Technologien der letzten Jahre auf.

Weblinks

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